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„Stellen Sie sich vor, Sie haben sich viel Mühe bei
der Ausführung einer Arbeit gegeben und diese wird dann von Kollegen oder dem
Chef verrissen. Im ersten Moment erschrecken Sie möglicherweise und können kaum
glauben, was Sie gerade hören. Sie sind wie gelähmt, schockiert und parieren
nicht schlagfertig. Stattdessen spüren Sie die tiefe Enttäuschung, aber auch die
Wut über die Ablehnung. Vielleicht schämen Sie sich, dass Sie so ein Versager,
so eine Versagerin sind, trauen sich nicht mehr, den anderen in die Augen zu
schauen. Innerlich werden Sie trotzig nach dem Motto: „Dann macht doch euren
Kram alleine. Ohne mich!“ Sie wollen alles hinschmeißen, am liebsten gleich
kündigen, die anderen sitzen lassen. Ihre Rachephantasien kennen keine Grenzen.
Sie fangen an, die anderen zu verachten, weil die eh keine Ahnung haben und gar
nicht verstehen, wie viel Mühe Sie sich gemacht haben.
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Diese und viele andere Kränkungssituationen begegnen uns immer wieder im
Arbeitsleben. Wie reagieren Sie, wenn Sie sich gekränkt fühlen? Schlagen Sie
eher um sich oder ziehen Sie sich deprimiert zurück? Wie geht das System, in
dem Sie arbeiten, also Ihre Firma, Ihre Arbeitsgruppe oder Ihr Team mit einem
Kränkungskonflikt um? Wird er unter den Teppich gekehrt oder gelöst? Werden Sie
unterstützt oder fallen gelassen? All diese Fragen berühren Menschen in ihrem
Arbeitsalltag. Denn Kränkungen geschehen nicht nur in privaten Beziehungen,
sondern auch und für manche sogar vorwiegend am Arbeitsplatz. Kränkungen in der
Arbeitswelt sind jedoch nicht nur ein persönliches Problem, sondern
beeinflussen darüber hinaus die Qualität der Arbeit. Sie können die
Zusammenarbeit stören, das Leistungsniveau mindern und sogar Arbeitsgruppen
sprengen. ...
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