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Fortsetzung: "Kränkung am Arbeitsplatz"

Psychotherapie Supervision Coaching Autorin
... Auch wenn Kränkungen immer nur persönlich erlebt werden, darf man die Tragweite ihrer Wirkung auf die Arbeitssituation nicht unterschätzen. Denn wenn Kränkungsgefühle unkontrolliert ausagiert werden, müssen wir damit rechnen, dass sie großen Schaden anrichten können, der manchmal sogar nicht wieder gut zu machen ist. Aber nicht nur das. Durch schwelende oder aktuelle Kränkungskonflikte im Beruf, sind nicht nur Arbeitsplätze gefährdet, sondern es stehen darüber hinaus die Zusammenarbeit und die Qualität der Arbeit ebenso auf dem Spiel wie der Erhalt der Arbeitsgruppe, möglicherweise sogar der Institution als Ganzes.

Leidet beispielsweise der Vorgesetzte unter der größeren Kompetenz eines Mitarbeiters und lässt dieser ihn noch dazu seine Überlegenheit spüren, dann verarbeitet er diese Tatsache womöglich als persönliche
Entwertung, die in der Folge seine Führungsfunktion beeinträchtigen kann. Entweder wird er sich beschämt zurücknehmen und das Feld diesem Mitarbeiter überlassen, also seine Führungsaufgaben indirekt abgeben, oder er wird aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus die Zügel zu stark anziehen und autoritär signalisieren, wer „hier der Chef ist“. Wenn er daraufhin seine Mitarbeiter verstärkt kontrolliert oder ihnen sogar Kompetenzen oder Entscheidungsspielräume entzieht, kann sie das verletzen und die Stimmung in der Abteilung verschlechtern. Beide Reaktionsweisen des Chefs haben auf das Arbeitsklima ebenso Einfluss wie auf die Motivation der Angestellten und ihren leistungsmäßigen Output.“